Während der breite Food-Sektor an den Märkten schwächelt, legt die europäische Molkereibranche kräftig zu. Der Grund: Eine beispiellose Konsolidierungswelle. Milliarden-Fusionen wie Arla/DMK oder FrieslandCampina/Milcobel schaffen neue Branchenriesen, um dem Druck des Einzelhandels etwas entgegenzusetzen. Was bedeutet das für den Mittelstand?
Key Takeaways
- Verhandlungsmacht durch Größe: Die aktuellen Mega-Fusionen setzen kleine und mittlere Privatmolkereien massiv unter Zugzwang. Margendruck und ungelöste Nachfolgefragen erzwingen jetzt strategische Entscheidungen.
- Wachstum nur noch über Mehrwert: Die EU-Rohmilchmenge stagniert bei ca. 153 Mio. Tonnen. Das prognostizierte Marktwachstum auf 235 Mrd. € bis 2031 kommt nicht über das Volumen, sondern maßgeblich über stärker veredelte Produktgruppen: Käse, High-Protein Produkte und pflanzliche Alternativen.
- Börse belohnt Fokussierung: Mit einem Median-EV/EBITDA-Multiple von 11,2x hängen Molkereiunternehmen den restlichen Lebensmittelmarkt deutlich ab. Die Märkte honorieren klare Portfolio-Entscheidungen und Konsolidierungsschritte.