Während der breite IT-Dienstleistungsmarkt mit Budgetdisziplin ringt, wächst das europäische SAP-Servicegeschäft kräftig weiter. Der Grund: Eine Migrationswelle, die 86% der SAP-Kunden bis Ende 2030 abschließen wollen. Doch Cloud ERP, KI und die Erwartung nachgewiesener Branchenkompetenz erhöhen die Investitionsanforderungen, bei denen kleinere Anbieter zunehmend schwerer mithalten.
PE-Plattformen wie cpro (Egeria), akquinet (DBAG) oder conet (IK) konsolidieren bereits den Beratungsmarkt und formen neue Plattformen. Was bedeutet das für das Bewertungsumfeld? Nachfolgend finden Sie die wesentlichen Erkenntnisse aus unserem aktuellen Sektor-Radar.
Key Takeaways
- Der europäische SAP-Servicemarkt erreichte 2025 ein Volumen von rund 13 Mrd. EUR und dürfte bis 2034 um ca. 7,4% p.a. wachsen, gestützt durch die S/4HANA-Migration, die 86% der SAP-Kunden bis Ende 2030 abschließen wollen
- Mit 116 europäischen Transaktionen seit Januar 2023 und einer Private Equity-Beteiligung von ca. 58% zeigt sich ein aktiver M&A-Markt, den auch die öffentlichen Übernahmen von All for One durch Vinci sowie SNP durch Carlyle bestätigen
- Bei Transaktionen europäischer SAP-Beratungen wurden seit 2023 im Median >10x EBITDA gezahlt, wobei insbesondere Anbieter mit ausgeprägter Branchen- und S/4HANA-Kompetenz Bewertungsaufschläge erzielen
- Mittelständische SAP-Beratungshäuser stehen zunehmend vor der Frage, ob sie Cloud-, KI- und Vertriebskompetenzen aus eigener Kraft aufbauen oder sich einem größeren Verbund anschließen, zumal viele Gründer aus dem R/3-Boom der 1990er Jahre zusätzlich vor der Nachfolgefrage stehen